Bonsai richtig Spannen

Beim Spannen eines Bonsai werden insbesondere die stärkeren und älteren Äste geformt. Das Verfahren ist schonender als das Drahten, erfordert aber ebenfalls eine gewisse Fachkenntnis.

Wenn ein Ast bereits etwas älter und deshalb zu stark ist für das Drahten, wird die Methode des Spannens bevorzugt. Sie empfiehlt sich auch bei Ästen, die etwas brüchig sind und deshalb für das herkömmliche Drahten nicht geeignet sind. Das Spannen wird auch vorwiegend eingesetzt, um eine Wuchsrichtung nach unten zu erzwingen.

Ein schöner Zug – Formgebung durch Spanndrähte

Die Methode besteht darin, dass an dem Ast ein Spanndraht oder auch eine Spannschnur befestigt wird. Das andere Ende des Drahtes wird dann außerhalb der Schale oder durch Krampen an der Schale befestigt, seltener auch an einem anderen Ast. In der Mitte des Drahtes wird eine Schlaufe angelegt. Durch diese steckt man einen Knebel (kleiner Eisenstab, Holzpflock). Durch Drehen des Knebels lässt sich der Draht dann auf den Punkt genau spannen. Umgekehrt kann durch eine Drehung des Knebels in Gegenrichtung der Zug wieder gelockert werden.

Auf diese Weise kann im Laufe der Monate der Zug auf den Ast immer weiter verstärkt werden, so dass er sich dieser Richtungsvorgabe anpassen kann. Ist das Ziel erreicht, wird der Spanndraht wieder entfernt.

Aufgrund des enormen Drucks, der hier auf den Ast wirkt, ist es besonders wichtig, ihn vor Verletzungen zu schützen. Damit der Draht nicht in die Rinde oder noch tiefer einschneidet, können Sie zum Beispiel auch ein Stück Aquariumschlauch verwenden. Das ist preiswerter als ein entsprechendes Utensil aus dem Bonsai-Fachhandel.

Achtung – extreme Verletzungsgefahr!

Wenn die Äste bereits besonders stark sind, sind die Krampen am Rand der Bonsaischale auch nicht mehr ausreichend und nicht mehr sicher. Hält die Schale dem Druck nicht mehr stand oder rutscht der Krampen ab,  können Sie sich im schlimmsten Fall schwere Verletzungen zuziehen, wenn Sie sich gerade im Umfeld dieser Drahtpeitsche aufhalten.

Sicherer, wenn auch etwas weniger ästhetisch, ist eine Konstruktion aus einem ausreichend dicken Bodenbrett, auf das die Schale aufgestellt wird. In das Bodenbrett werden die Krampen fest verschraubt. Das Brett sollte dazu durchbohrt werden, so dass Sie die Schrauben komplett durchstecken und mit Mutter und Kontermutter sichern können.