Kastanienminiermotte hat nur Appetit auf Rosskastanie

Kastanienminiermotten befallen nur die Blätter der Bonsai-Rosskastanie. Die Fraßarbeit erledigen dabei jedoch nur die Larven. Der aus dem Osten eingeschleppte Schädling breitet sich in Mitteleuropa rasant aus.

Krankheits-/Schädlingsart

Insekten > Schmetterlinge > Miniermotten

Beschreibung

Die Rosskastanienminiermotte wurde zuerst in Mazedonien entdeckt. Sie stammt auch ursprünglich aus diesem Gebiet und verbreitete sich über Österreich auch in ganz Mitteleuropa. Aufgrund ihres Erstentdeckungsortes wird sie auch Balkanminiermotte genannt. Der Falter ist knapp einen halben Zentimeter groß. Die Vorderflügel weisen drei weiße Querbänder auf, die Fühler sind schwarz-weiß geringelt.

Die bis zu 4 mm langen Larven minieren in den Blättern. Auch die Puppen verbleiben in den Blättern und überwintern dort.

Die Kastanienminiermotte kann pro Jahr in drei bis vier Generationen auftreten, die sich auch überlagern. Die Flugzeiten liegen zwischen Mai und September.

anfällige Bonsais

Rosskastanie, insbesondere die weißblühende; vereinzelt auch fleischrote Rosskastanie sowie einzelne Ahornarten, dort sterben die Larven aber bereits nach kurzer Zeit ab

Ursache

 

Schaden

Die Weibchen legen hunderte Eier an der Blattoberseite ab. Die Larven bohren sich in das Blatt und minieren dort.

Die Blätter rollen sich ein, werden braun und fallen ab.

Markant ist, dass die Blätter bereits frühzeitig abfallen, in der Regel bereits im August. Dadurch wird der Baum geschwächt. Trotz massiven jahrelangen Befalls kann der Baum dies aber in der Regel dennoch verkraften.

 

Bekämpfung

Zur Vorbeugung sollte im Herbst das Laub entfernt werden, um damit auch mögliche Puppen zu entfernen. Ein Kompostieren des Kastanienlaubs scheint zwar möglich zu sein, sofern das Laub mit einer dünnen Erdschicht bedeckt wird. Sicherer ist es jedoch, bei Befall die Blätter zu verbrennen, um damit die Pupen der Kastanienminiermotte effektiv zu vernichten.

Während der Hauptflugzeit können Pheromonfallen helfen, die Kastanienminiermotte aufzuhalten.

Gegen die Larven im Blatt können Sie Insektizide einsetzen. Als hilfreich haben sich unter anderem das nicht systemisch wirkende Fraßgift Dimilin sowie die systemisch wirkenden Gifte Calypso und Actara G erwiesen. Ein weiteres wirksames Insektizid ist Confidor beziehungsweise Provado.

Die Kastanienminiermotte hat kaum natürliche Feinde, was ihre rasante Ausbreitung erklärt. Im Labor wurden Erfolge mit Schlupfwespen erzielt. In der freien Natur wurden vereinzelt Singvögel beobachtet, die befallene Kastanien nach Raupen abgesucht haben.