Feuerbrand bedeutet das Aus für den Bonsai

Feuerbrand zählt zu den schlimmsten bakteriellen Erkrankungen des Bonsai. Die meldepflichtige Seuche befällt Rosengehölze. Befallene Pflanzen müssen komplett vernichtet werden.

Krankheits-/Schädlingsart

Bakterien

Beschreibung

Der Feuerbrand-Erreger ist das Bakterium Erwinia amylovora. Das Bakterium überwintert, bevorzugt an erkrankten Rindenstellen, und wird im Frühjahr aktiv. In Verbindung mit warmen Temperaturen und Feuchtigkeit bilden sie einen Bakterienschleim. Dieser wird über Insekten, Vögel, Wind und Regen übertragen.

Die Blätter der jungen Triebe werden anfangs bräunlich und sterben dann ab. Nach und nach stirbt die gesamte Pflanze. Durch die Schwarzfärbung sehen die befallenen Stellen aus wie verbrannt.

Der Feuerbrand ist vor allem in Süddeutschland verbreitet.

anfällige Bonsais

apfelfrüchtige Rosengewächse, u.a. Zierquitte, Weißdorn, Feuerdorn, Apfel, Birne, Felsenmispel

Ursache

Verbreitung durch Insekten, Wind, Menschen (Handel mit infizierten Pflanzen, Schnittwerkzeuge), im Außenbereich auch durch Vögel

Schaden

Ein Absterben der Blätter und Triebe ist das Mindeste. Meist stirbt der ganze Bonsai ab. Es besteht extreme Ansteckungsgefahr für benachbarte und auch weiter entfernte Pflanzen.

Latent infizierte Bonsai-Bäume, bei denen die Krankheit nicht unmittelbar ausbricht, können über Jahre hinweg eine Infektionsquelle für andere Bonsai darstellen.

Bekämpfung

Gemäß Feuerbrandverordnung muss bereits der Verdacht auf Feuerbrand gemeldet werden. Wenden Sie sich dazu an den amtlichen Pflanzenschutzdienst.

Zur Prophylaxe sollten Sie auf eine gute Drainage der Bonsai achten. Vermeiden Sie überhöhte Stickstoffdüngung.

Bei herkömmlichen Pflanzen muss mindestens 50 cm unterhalb der befallenen Stelle beschnitten werden. Zudem werden erhöhte Anforderungen an die Hygiene gestellt, um die Bakterien nicht weiterzuverbreiten. All dies macht bei einem Bonsai kaum Sinn. Bei Feuerbrand-Befall sollte der Bonsai deshalb komplett vernichtet werden. Werfen Sie ihn aber keinesfalls in die Mülltonne oder gar auf den Kompost. Das Schnittgut beziehungsweise der von Feuerbrand befallene Bonsai muss vor Ort verbrannt werden.  Jede Verschleppung birgt die Gefahr, dass auch die Bakterien weiter verbreitet werden. Schnittwerkzeuge, Arbeitsgeräte, Pflanzschalen und Stellflächen sollten mit hochprozentigem Alkohol (etwa 70%) desinfiziert werden.