Dickmaulrüssler – Bonsai-gefräßig und schwer zu bekämpfen

Sein lustiger Name täuscht: Der Dickmaulrüssler frisst die Bonsai-Blätter, seine Larven fressen die Wurzeln. Über Insektizide lacht er. All das findet der Bonsai-Freund dann eher weniger lustig. Doch ganz tatenlos muss man seinem Treiben nicht zusehen. Denn auch gegen den Dickmaulrüssler gibt es Abhilfe.

Krankheits-/Schädlingsart

Insekten > Käfer > Rüsselkäfer

Beschreibung

Dickmaulrüssler gibt es in vielen Arten. Sie sind zwischen 3 und 14 mm groß und meist schwarz oder braun gefärbt. Es gibt aber auch gelb gefärbte Arten. Typisches Merkmal ist der kräftig ausgeprägte Rüssel mit den ohrenförmigen Wülsten. Der Rückenpanzer ist meist geriffelt und gekörnt mit dunkelbraunen oder gelblichen Pünktchen.

Der Käfer kann nicht fliegen, dafür aber enorm gut und hoch klettern. Entsprechend kräftig sind auch seine Beine.

Der Dickmaulrüssler ist nachtaktiv und frisst die Blätter des Bonsai vom Rand aus an (Buchtenfraß).

Die Fressorgien des Dickmaulrüsslers beginnen ab etwa Ende Mai. Die Eiablage findet zwischen Juli und September statt. Die etwa 10 mm großen Larven schlüpfen ab August.

Die Käferlarven des Dickmaulrüsslers sehen aus wie kleine Maden. Sie befinden sich meist im Wurzelbereich des Bonsai.

anfällige Bonsais

Laubbäume, wie Azalee, Ficus, Hainbuche, Rotbuche, …; auch einige Nadelbäume wie Eiben (dort als Ringelfraß an den Trieben)

Ursache

 

Schaden

Sowohl der Dickmaulrüssler selbst als auch seine Larven richten großen Schaden am Bonsai an. Angefressene Blätter und vor allem Wurzeln können schnell das Aus für den Bonsai bedeuten.

Bekämpfung

So unglaublich es klingen mag: Der Breitmaulrüssler ist mit Kontakt-Insektiziden nicht zu bekämpfen. Nicht einmal mit der Wunderkeule Confidor.

Eine prophylaktische Abwehr mit systemischen Insektiziden wie Dantop oder Confidor ist eher kritisch zu sehen.

Wirkungsvoll scheint dagegen das systemisch wirkende Gift Calypso von Bayer zu sein. Mit diesem Schädlingsbekämpfungsmittel* lassen sich offensichtlich sowohl die Larven als auch der Dickmaulrüssler selbst vernichten. Auch über eine erfolgreiche Behandlung mit Actara G wird gelegentlich berichtet.

Es gibt aber inzwischen ein Mittel, das zumindest laut Hersteller auch dem Dickmaulrüssler den Garaus macht. Es handelt sich dabei um Exemptor, ebenfalls von Bayer. Das Gift wirkt systemisch und wird dem Substrat beigemischt.

Ansonsten können Sie den Dickmaulrüssler nachts mit einer Taschenlampe aufspüren. Geblendet von dem Licht wird er bewegungsunfähig, so dass Sie ihn einsammeln können. Das funktioniert zumindest im Innenbereich recht gut. Im Außenbereich lässt sich der Käfer fallen und ist dann nur noch schwer zu erkennen.

Im Gegensatz zu dem Dickmaulrüssler selbst können die Dickmaulrüssler-Larven biologisch bekämpft werden. Dazu werden sogenannte Dickmaulrüssler-Nematoden eingesetzt. Diese Fadenwürmer sind für Menschen und Haustiere ungefährlich. Sie werden zwischen April und Oktober ins Gießwasser gegeben. Diese Fadenwürmer parasitieren die Dickmaulrüssler-Larven, wodurch diese absterben.