Zwergwacholder (Juniperus procumbens Nana)

Outdoor tauglich Ja
Blühend Nein
Trägt Früchte Nein
Wirft Laub/Blüten ab Nein

Beschreibung

Der Zwergwacholder ist eine Varietät des Wacholders. Die europäischen Vorkommen befinden sich nahezu in jedem Land Europas. Darüber hinaus erstreckt sich das Vorkommen von Europa bis Sibirien bis zur koreanischen Halbinsel und Japan. Aber auch in Amerika ist der Zwergwacholder zu finden. Hier erhalten sie eine Pflegeanleitung für ihren Bonsai: der richtige Standort, Schneiden, Umtopfen, Gießen, Drahten, Düngen und Überwintern.

Standort

Als Freilandbonsai sollte der Zwergwacholder das ganze Jahr über im Freien stehen. Bei genügend Lichtvorkommen, bildet er über den Tag hinweg über die Nadeln mehr Zucker und Sauerstoff als er für die Erhaltung der Lebensvorgänge benötigt. Durch diesen Überschuss an Energie ist der Wacholder fähig zu wachsen und der Stamm kann dicker werden. Durch Wind und Regen verhärten sich die Nadeln; dies lässt ihn wiederum widerstandsfähiger gegen einen Schädlingsbefall und Krankheiten werden. Für ein optimales Wachstum des Zwergwacholders sind diese Faktoren ausschlaggebend; daher ist der richtige Standort für ihn im Freien.

Gießen

Der Zwergwacholder hat einen höheren Bedarf an Wasser, daher darf die Erde nie gänzlich austrocknen, da ansonsten die feinen Wurzeln absterben würden. Bei hohen Temperaturen und starker Sonne benötigt der Baum eine intensivere Beobachtung hinsichtlich der Wasserversorgung. In dieser Zeit muss er gegebenenfalls häufiger gegossen werden.
Grundsätzlich sollte die Erde ganzjährig feucht gehalten werden. Tritt dennoch der Fall ein, dass die Erde ganz trocken geworden ist, kann man den Baum bis zum Rand der Schale in Wasser eintauchen, damit er dieses aufsaugen kann. Bestenfalls übersprüht man die Pflanze mit Regenwasser mit Hilfe einer Brause, um die Erde nicht aufzuschwemmen. Man kann ebenfalls abgestandenes Leitungswasser zum Gießen benutzen, allerdings besteht das Risiko, dass Kalkflecken auf den Nadeln sichtbar werden. Durch das Übergießen wird die Luftfeuchtigkeit erhöht und Staubpartikel auf den Nadeln des Baumes beseitigt. Anhand kurzer wiederholter Güsse wird die Erde langsam bewässert. Das Gießen wird somit fortgesetzt bis die Erde mit Wasser vollgesogen ist.

Schneiden

Der Zwergwacholder wird nicht geschnitten, sondern seine neuen Triebe werden in der Wachstumsphase von Mai bis September mit den Fingern gezupft. Lediglich alle 2 Jahre werden die Hälfte der Äste geschnitten, damit die Krone wieder lichtdurchlässig wird. Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Krone und Wurzeln beizubehalten, erfolgt beim Umtopfen ein Wurzelschnitt.

Drahten

Durch das Drahten kann das Erscheinungsbild des Zwergwacholders verändert werden. Hierfür verwendet man Aluminiumdraht, das spiralförmig um die betreffenden Äste, Zweige sowie den Stamm gewickelt wird. Zu beachten ist dabei, dass das Wickeln des Drahtes in gleichmäßigen Windungen von unten nach oben, nicht zu fest, aber dennoch straff, vollzogen wird. Da im Mai das Dickenwachstum beginnt, sollte zu diesem Zeitpunkt der Draht entfernt werden, da ansonsten Drahtungsspuren entstehen können.

Düngen

Insbesondere in der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst müssen die Bäume regelmäßig gedüngt werden. Lediglich in der Blütezeit oder unmittelbar nach dem Umtopfen wird das Düngen unterbrochen. Empfehlenswert ist ein organischer Streudünger in Kugelform.

Umtopfen

Ein Umtopfen des Zwergwacholder sollte alle 4-5 Jahre im Frühjahr oder im September stattfinden. Dabei werden die Wurzeln beschnitten, um eine bessere Verzweigung des Wurzelsystems zu erlangen. Drängt sich der Baum im Laufe der Zeit aus der Schale, ist ein Verpflanzen in eine neue größere Schale notwendig.
Die herkömmliche Bonsai-Mischung beinhaltet jeweils ein Drittel Akadama, Lavasplitt und Bimskies. Da Humus zu lange Wasser speichert und der Mykorrhiza Pilz absterben könnte, wird der Mischung kein Humus beigefügt. Beim Umtopfen wird lediglich ein Drittel der verbrauchten Erde beibehalten und durch zwei Drittel Bonsai-Erdmischung ergänzt.

Überwintern

Da der Zwergwacholder winterhart ist, kann eine Überwinterung im Freien stattfinden. Empfehlenswert ist es die Schale in Torf einzusetzen und die Erdoberfläche in etwa 5cm Dicke mit Substrat zu bedecken. Um ein Austrocknen des Bonsais bei starkem Frost zu verhindern, kann dieser mit einer Plastikfolie abgedeckt werden.

Krankheiten

Voraussetzung für einen gesunden Bonsai ist eine sorgfältige Pflege und intensive Beobachtung seines Wachstums. Mit der richtigen Pflegeanleitung wird der Bonsai vor Schädlingen und Krankheiten geschützt. Wird der Bonsai dennoch von Schädlingen befallen, helfen die handelsüblichen Pflanzenschutzmittel, aber auch schonende Hilfsmittel ohne Chemie können eine Lösung sein.

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