Stechwacholder (Juniperus oxycedrus)

Outdoor tauglich Ja
Blühend Nein
Trägt Früchte Ja
Wirft Laub/Blüten ab Nein

Beschreibung

Der Stechwacholder ist eine Pflanzenart aus der Familie der Zypressengewächse. Beheimatet ist er im Mittelmeerraum westlich von Italien. Hier erhalten sie eine Pflegeanleitung für Ihren Bonsai der Art Stechwachholder: der richtige Standort, Gießen, Schneiden, Düngen, Umtopfen und Drahten.

Standort

Da es sich beim Stechwacholder um eine mediterrane Pflanze handelt, ist ihr idealer Standort im Sommer im Freien und im Winter in einem kühlen Raum, der Temperaturen bis 10 Grad aufweist. Bei ausreichend Lichtversorgung bildet der Stechwacholder über den Tag hinweg über die Nadeln mehr Zucker und Sauerstoff als er für die Erhaltung der Lebensvorgänge benötigt. Durch diesen Überschuss an Energie ist der Wacholder fähig zu wachsen und sein Stamm kann dicker werden. Durch Wind und Regen (im Sommer im Freien) verhärten sich die Nadeln; dies lässt ihn wiederum widerstandsfähiger gegen einen Schädlingsbefall und Krankheiten werden.

Gießen

Der Stechwacholder hat einen durchschnittlichen Bedarf an Wasser, dennoch darf die Erde nie gänzlich austrocknen, da ansonsten die feinen Wurzeln absterben würden. Bei hohen Temperaturen und starker Sonne benötigt der Baum eine intensivere Beobachtung hinsichtlich der Wasserversorgung. In dieser Zeit muss er gegebenenfalls häufiger gegossen werden. Jedoch kann übermäßiges Gießen in der Vegetationsphase zu langen ungebetenen Nadeln führen. Auch im Winter ist bezüglich der Wasserversorgung Vorsicht geboten, denn eine Überwässerung kann den lebenswichtigen Mykorrhiza Pilz aussterben lassen und somit ein Eingehen der Kiefer verursachen.
Grundsätzlich sollte die Erde ganzjährig feucht gehalten werden. Tritt dennoch der Fall ein, dass die Erde ganz trocken geworden ist, kann man den Baum bis zum Rand der Schale in Wasser eintauchen, damit er dieses aufsaugen kann. Bestenfalls übergießt man die Pflanze mit Regenwasser mit Hilfe einer Brause, um die Erde nicht aufzuschwemmen. Man kann ebenfalls abgestandenes Leitungswasser benutzen, allerdings besteht das Risiko, dass Kalkflecken auf den Nadeln sichtbar werden. Durch das Übergießen wird die Luftfeuchtigkeit erhöht und Staubpartikel auf den Nadeln des Baumes beseitigt. Anhand kurzer wiederholter Güsse wird die Erde langsam bewässert. Das Gießen wird fortgesetzt bis die Erde mit Wasser vollgesogen ist.

Schneiden

Lediglich länger Triebe werden zurückgeschnitten und neue Triebe mit den Fingern gezupft. Aus den beibehaltenen diesjährigen Nadeln entstehen neue Kerzen, aus denen sich wiederum kurze neue Äste formieren. Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Krone und Wurzeln beizubehalten, erfolgt beim Umtopfen ein Wurzelschnitt.

Drahten

Durch das Drahten kann das Erscheinungsbild des Wacholders verändert werden. Hierfür verwendet man Aluminiumdraht, das spiralförmig um die betreffenden Äste, Zweige sowie den Stamm gewickelt wird. Zu beachten ist dabei, dass das Wickeln des Drahtes in gleichmäßigen Windungen von unten nach oben, nicht zu fest, aber dennoch straff, vollzogen wird. Da im Mai das Dickenwachstum beginnt, sollte zu diesem Zeitpunkt der Draht entfernt werden, da ansonsten Drahtungsspuren entstehen können.

Düngen

Insbesondere in der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst müssen die Bäume regelmäßig gedüngt werden. Lediglich in der Blütezeit oder unmittelbar nach dem Umtopfen wird das Düngen unterbrochen. Empfehlenswert ist ein organischer Streudünger in Kugelform.

Umtopfen

Ein Umtopfen des Stechwacholder sollte alle 4-5 Jahre im Frühjahr oder im September stattfinden. Dabei werden die Wurzeln beschnitten, um eine bessere Verzweigung des Wurzelsystems zu erlangen. Drängt sich der Baum im Laufe der Zeit aus der Schale, ist ein Verpflanzen in eine neue größere Schale notwendig.
Die herkömmliche Bonsai-Mischung beinhaltet jeweils ein Drittel Akadama, Lavasplitt und Bimskies. Da Humus zu lange Wasser speichert und der Mykorrhiza Pilz absterben könnte, wird der Mischung kein Humus beigefügt. Beim Umtopfen wird lediglich ein Drittel der verbrauchten Erde beibehalten und durch zwei Drittel Bonsai-Erdmischung ergänzt.

Überwintern

Bei Temperaturen zwischen 0 und 10 Grad bestehen optimale Bedingungen für eine Überwinterung des Stechwacholder. Ideal wäre ein Gewächshaus oder ein kühler Raum bis maximal 10 Grad. Es ist es empfehlenswert die Schale in Torf einzusetzen und die Erdoberfläche in etwa 5cm Dicke mit Substrat zu bedecken. Um ein Austrocknen des Bonsais bei starkem Frost zu verhindern, kann dieser mit einer Plastikfolie abgedeckt werden.

Krankheiten

Voraussetzung für einen gesunden Bonsai ist eine sorgfältige Pflege und intensive Beobachtung seines Wachstums. Mit der richtigen Pflegeanleitung wird der Bonsai vor Schädlingen und Krankheiten geschützt. Wird der Bonsai dennoch von Schädlingen befallen, helfen die handelsüblichen Pflanzenschutzmittel, aber auch schonende Hilfsmittel ohne Chemie können eine Lösung sein.

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