Granatapfel (Punica granatum)

Outdoor tauglich Ja
Blühend Ja
Trägt Früchte Ja
Wirft Laub/Blüten ab Ja

Beschreibung

Wie der Olivenbaum zählt auch der Granatapfel zu den ältesten Kulturpflanzen im Mittelmeerraum. In Indien ist er sogar ein heiliger Baum. Sein knorriger Stamm ist dunkelgrau bis beige.  Die roten bis orangen Blüten entstehen im Sommer an den Trieben. Die Früchte haben eine sehr harte Schale und im Inneren zahlreiche weiche saftige essbare Kerne. Die Zwergform Punica granatum nana bildet lediglich große Sträucher und kleine Früchte, ist dafür aber blühfreudiger.

Standort

Der Granatapfel ist ein subtropischer Baum und deswegen ist sein idealer Standort im Sommer im Freien und im Winter in einem kühlen Raum, der Temperaturen bis zu 15 Grad aufweist. Der Granatapfel bevorzugt im Frühjahr bis Herbst einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Freien. Er verträgt auch starken Wind und jedes Wetter. Jedoch darf er keinem Frost und Temperaturen unter -2°C ausgesetzt werden. Hält man den Granatapfel im Sommer in der Wohnung, bildet sich das Blattwerk sehr zart ausgebildet, dadurch wird er anfälliger für Schädlinge wie beispielsweise der Weißen Fliege. Erhält er über den Tag ausreichend Licht, so bildet er über die Blätter mehr Zucker und Sauerstoff als er für die Selbsterhaltung beansprucht.  Mittels dieses Überschuss an Energie ist der Granatapfel in der Lage zu wachsen und einen dickeren Stamm zu entwickeln. Die Pflanze kann widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten werden, indem Wind und Regen ihre Blätter verhärten.

Gießen

Der Granatapfel hat einen überdurchschnittlichen Bedarf an Wasser und es sollte darauf geachtet werden, dass die Erde nie gänzlich austrocknen, da ansonsten die feinen Wurzeln absterben würden. Insbesondere bei hohen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung bedarf es einer intensiveren Beobachtung des Baumes hinsichtlich des Wasserbedarfs. Gegebenenfalls muss der Bonsai in dieser Zeit häufiger gegossen werden.
Grundsätzlich sollte die Erde das ganze Jahr über feucht gehalten werden. Ist die Erde dennoch ganz trocken geworden, kann man den Baum bis zum Rand der Schale in Wasser eintauchen und ihm somit ermöglichen Wasser aufzusaugen. Mit Hilfe einer Brause kann man die Pflanze mit Regenwasser übergießen, denn diese schonende Vorgehensweise verhindert ein ausschwemmen der Erde. Abgestandenes Leitungswasser kann ebenfalls benutzt werden, jedoch besteht die Gefahr, dass Kalkflecken auf den Blättern erscheinen. Durch das Übergießen wird die Luftfeuchtigkeit erhöht und Staubpartikel auf den Blättern des Baumes beseitigt. Anhand kurzen wiederholten Gießens wird die Erde langsam bewässert. Der Vorgang wird so lange fortgesetzt bis die Erde mit Wasser vollgesogen ist.

Schneiden

Die Äste, Zweige, Triebe und Wurzeln müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden, um die typische Wuchsform des Granatapfels beizubehalten und zu erreichen. Möchte man die Blüte genießen, verzichtet man im Sommer auf einen Rückschnitt aller Äste. Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Krone und Wurzeln beizubehalten, erfolgt beim Umtopfen ein Wurzelschnitt.

Drahten

Das Erscheinungsbild des Granatapfels kann durch das Drahten verändert werden. Man wickelt einen Aluminiumdraht spiralförmig um die betreffenden Äste, Zweige sowie um den Stamm. Dabei wickelt man in gleichmäßigen Windungen von unten nach oben, nicht zu fest, aber dennoch straff genug. Im Mai sollte der Draht entfernt werden, denn zu diesem Zeitpunkt beginnt das Dickenwachstum. Verbleibt der Draht an den Ästen, Zweigen und dem Stamm, so können unschöne Drahtungsspuren entstehen.

Düngen

Besonders in der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst ist eine regelmäßige Düngung für den Bonsai essentiell. Die Düngung wird lediglich in der Blütezeit und unmittelbar nach dem Umtopfen unterbrochen. Zu empfehlen ist ein organischer Streudünger  in Kugel- oder Pulverform sowie ein organischer Bonsai-Flüssigdünger.

Umtopfen

Das Umtopfen des Granatapfels sollte alle 2 Jahre im Frühjahr stattfinden. Dabei werden die Wurzeln beschnitten, um eine bessere Verzweigung des Wurzelsystems zu erlangen. Drängt sich der Baum im Laufe der Zeit aus der Schale, ist ein Verpflanzen in eine neue größere Schale notwendig.
Die herkömmliche Bonsai-Mischung beinhaltet jeweils ein Drittel Akadama, Lavasplitt und Humus.  Beim Umtopfen wird lediglich ein Drittel der verbrauchten Erde beibehalten und durch zwei Drittel Bonsai-Erdmischung ergänzt.

Überwintern

Da der Granatapfel ein subtropischer Baum ist, muss eine Überwinterung in der Wohnung erfolgen, dabei sollte der gewählte Standort Temperaturen von 10 bis 15 Grad aufweisen. Außerdem ist es wichtig, dass der Baum, falls er Blätter hat, in den weniger lichtintensiven und trüben Wintertagen einen hellen Platz bekommt. Wenn der Baum wegen niedriger Temperaturen im Winter ohne Blätter verbleibt, ist auch ein weniger heller Standort möglich.

Krankheiten

Eine sorgfältige Pflege und intensive Beobachtung seines Wachstums ist die Voraussetzung für einen gesunden Bonsai. Mit der richtigen Pflegeanleitung wird der Bonsai vor Schädlingen und Krankheiten bewahrt. Tritt dennoch ein Schädlingsbefall ein, helfen handelsübliche Pflanzenschutzmittel oder schonende natürliche Hilfsmittel, ohne Chemie, weiter.

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