Blauregen (Wisteria)

Outdoor tauglich Ja
Blühend Ja
Trägt Früchte Ja
Wirft Laub/Blüten ab Ja

Beschreibung

Alle Blauregen Arten sind wunderschöne, sehr robuste, schnell wachsende Kletterpflanzen die zum verholzen neigen. Kein Wunder also, dass sie zu den beliebtesten Bonsai gehören.

In der Bonsai Kultur wird zwischen zwei Spezies unterschieden. Wisteria sinensis und Wisteria floribunda. Trotz ihre oberflächlichen Ähnlichkeit weisen sie deutliche Unterschiede auf.

  • Wisteria Floribunda hat Ranken, die sich rechts herumwinden und ihrer Blüten öffnen sich nach und nach.
  • Wisteria Sinensis dagegen öffnet ihrer Blüten gleichzeitig und ihre Ranken winden sich links herum.

Unter Blüte ein prachtvoller Baum, der auch danach, dank hellgrünen Blätter, wunderbar erscheint. Die meist blauen oder lila Ranken gehören zum schönsten, was Bonsai aufbieten können. Aufgrund der wenig interessanten Zweige, macht er im Winter jedoch keinen besonderen Eindruck. Schnitte verheilen nicht besonders gut, aber es bilden sich sehr schnell neue Triebe aus dem Stamm. Beim Blauregen wirken Alterungstechniken, wie Schaffung ausgehöhlter Stämme oder Ähnliches sehr gut.

Standort

Jede mengen Licht!

Dieser Bonsai liebt die direkte Sonne, jedoch kann man ihn in den wärmsten Monaten, aufgrund des hohen Wasserbedarfs an einen Platz im Halbschatten stellen.

Gießen

Wasser ist das um und auf für ein gutes Wachstum einer Wisteria.

Sie muss viel gegossen werden und darf nie austrocknen. Vor allem in der Zeit der Blüte, muss besonders intensiv gegossen werden. Daher ist es ratsam, sie im Sommer in ein flaches, mit Wasser gefülltes Gefäß zu geben.

Schneiden

Junge Exemplare wachsen sehr schnell und stark, weshalb das beschneiden besonders wichtig ist.

Neben den Zweigen bilden sich Blütenknospen, welche sich zwischen April und Mai als gelbe Kätzchen öffnen. Danach bildet der Baum Früchte und kleine Beeren, die im Juli reif werden. Im Frühjahr dürfen neue Zweige wachsen. Zu lange Zweige, werden während der Ruhephase im Winter, bis auf einen Knoten zurückgeschnitten. Kurze Zweige werden nicht beschnitten. Nur an den kräftigen, kann die Spitzen entfernt werden. Nach einem aggressiven Rückschnitt bilden sich am Stamm sehr schnell Knospen. Man sollte nicht vergessen, die großen Schnitte mit Wundverschlusspaste zu schützen. Durch die langsame Vernarbung wird geraten, die Zweige und Äste zu schneiden, bevor sie sich zu sehr verdickt haben.

Neue Triebe und Ranken sollten sofort pinziert werden, ansonsten vernachlässigt der Baum die Blütenbildung. Wenn der Baum in voller Blüte steht, entfernt man die Blütentrauben, um die Form zu erhalten. Die Spitzen der starken Zweige sollten dauernd pinziert werden, während neue Triebe, die nicht für die Gestaltung neuer Zweige geeignet sind, abgeschnitten werden . Sie blüht außerdem auch, wenn die Triebspitzen entfernt werden.

Drahten

Beim Blauregen ist das Drahten keine oft angewandte Technik. Wenn, erfolgt das Drahten im Juli und August, wenn die Blütezeit vorüber ist.

Düngen

Viermal im Jahr wird gedüng.

Will man eine gute Blüte erhalten, macht man dies reichlich. Jedoch sollte man, um das Wachstum nicht zu früh zu stimulieren, mit der intensiven Düngung erst  im Spätherbst starten.

Umtopfen

Junge Pflanzen muss man leider jedes Jahr umpflanzen, was natürlich nicht gut für die Blüte ist.

Sogar erwachsene Pflanzen müssten, aufgrund des schnellen und kräftigen Wachstums der Wurzeln, alle zwei Jahre umgepflanzt werden. Um dem Blauregen aber das blühen zu ermöglichen, muss man ihm 5-6 Jahre Zeit, ohne Umpflanzen, geben. Nur gezwungen durch eine zu kleine Schale, konzentriert sich der Blauregen auf die Blüte, anstatt des Wachstums. Die Wurzeln wachsen ausgesprochen kräftig.  Dadurch, dass auch die feinen Wurzeln kräftig ausgebildet sind, braucht man keine Angst haben sie beim Auskeimen zu beschädigen. Zum Umpflanzen ist der Frühling ideal. Das Substrat sollte wegen der hohen Ansprüche der Bewässerung besonders gute Drainage-Eigenschaften haben. Hier sollte man sich an Akadama und grobkörnigem Sand halten.

Überwintern

Auch wenn er sehr kälteresistent ist, sollte man ihn - besonders das Wurzelwerk - vor langem und intensiven Frost schützen.

Krankheiten

Blauregen werden kaum von Parasiten befallen, nur manchmal die Wurzeln von Nematoden. Auch Insekten, die sich von Blättern ernähren, jedoch leicht festzustellen und zu bekämpfen sind, können die Pflanze zwischen April und Juni befallen.

Vermehren

Vermehren kann man die Wisteria durch Abmoosen im Mai, oder im Herbst oder Frühjahr durch Samen.

Für die Aussaat verwendet man einen wenigstens 10 cm tiefer Holzkasten oder auch eine Schale mit Drainage-Löchern. Das Substrat sollte aus jeweils einem Drittel Torf, Sand und Akadama bestehen. Auf dem Boden bringt man eine Dränageschicht aus Kies auf. Die Samen werden mit 2 cm Abstand in eine Tiefe, ihrem Durchmesser entsprechend, gesetzt. Nach dem säen, gießt man reichlich mit Wasser. Auch im weiteren Verlauf sollte für genügend Feuchtigkeit gesorgt werden. Man kann den Saatkasten nach draußen stellen, sollte ihn aber nicht dem direkten Sonnenlicht oder starker Kälte aussetzen. Um die Samen von Frost zu schützen, sollte man die Substratoberfläche mit einer leichten Schicht trockener Blätter oder Moos abgedeckt. Empfohlen ist, die Saatkiste an einen hellen und warmen Ort zu stellen. Im ersten Jahr erfolgt kein Eingriff, weder drahten noch beschneiden. Während dieser Zeit sollen sich die Pflanzen allein an den Standort in der Sonne gewöhnen. Auch hat hier das Düngen eine besondere Bedeutung. Sobald die Pflanze mit dem austreiben beginnt, muss man alle zwei Wochen mit flüssigem oder organischem Dünger, mit hohem Stickstoffgehalt, düngen. Alsbald die jungen Pflanzen eine Höhe von 5 cm erreicht haben, können sie in einzelne Schalen gepflanzt werden. Nach dem kürzen der Hauptwurzel, pflanzt man sie in eine große Einzelschale, in der sie das restliche Jahr wachsen können.

Die Vermehrung durch Abmoosen ist eine der einfachsten und am häufigsten verwendete Methoden zur Vermehrung der Wisteria. Das Abmoosen durch eine Drahtschlinge ist sehr einfach. Mit einem Filzstift zieht man eine Linie, in dem Bereich, in dem die Wurzelbildung erfolgen soll. Entlang dieser Linie wird mit einem scharfen Messer eine Auskehlung in die Rinde geschnitten. Dieses sollte dem Durchmesser eines Aluminiumdrahtes haben, die ein diese gelegt wird. Nun drückt man den Draht tief in die Auskehlung ein, bespritzt den Bereich mit Hormonen und bepackt das Ganze mit Moos. Mit einer Plastikfolie hält man das Moos an seinem Platz und verhindert das austrocknen. Wenn die Wurzeln ausgeschlagen sind, kann der Ableger von der Mutterpflanze getrennt werden. Man kann auch durch Entfernen eines Rindenringes, am Stamm oder Ast, mit dem Abmoosen beginnen. Auch hier wird wieder mit einem Filzstift eine Linie gezogen, wo später die Wurzeln wachsen sollen. Ein Stück darunter, ca. dem eineinhalbfachen Durchmesser des Astes oder Stammes, wird ein weiterer Strich gezogen. In diesem Bereich wird der Baum entrindet. Auch hier fördern Hormone wieder die Wurzelbildung. Das Moos, dass aufgebracht wird, sorgt dafür, dass der entrindete Bereich immer feucht gehalten werden kann.

Photo by quinn.anya

Photo by Rüdiger Stehn

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